TP5 –
Hochfrequenz-Leitungssätze
Erweiterung der Norm auf Hochfrequenz-Applikationen
TP5 – Hochfrequenz-Leitungssätze
Mit Teilprojekt 5 (TP5) nahm die SILS ein weiteres zukunftsrelevantes Feld in den Blick: die Hochfrequenz-Leitungssätze (HF). Diese kommen insbesondere bei der Anbindung von Antennensystemen, Hochgeschwindigkeitsdatenleitungen und Kamerasystemen zum Einsatz – also überall dort, wo hohe Datenraten, geringe Latenzen und elektromagnetische Verträglichkeit eine zentrale Rolle spielen. Gerade im Kontext von Fahrerassistenzsystemen, Zonenarchitekturen und vernetzten Fahrzeugfunktionen wächst der Bedarf an leistungsfähiger, geschirmter Signalübertragung kontinuierlich.
Technisch betrachtet unterscheiden sich HF-Leitungssätze deutlich vom klassischen Bordnetz. Sie bestehen in der Regel aus Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, oft als Koaxialkabel oder differenziell verdrillte, geschirmte Leitungen. Typische Steckverbinderstandards sind z. B. FAKRA oder koaxiale Schraub- und Steckverbindungen. Ziel ist eine maximale Signalintegrität – was besondere Anforderungen an Design, Materialwahl und Verarbeitung stellt.
In einem ersten Schritt hat TP5 – analog zu TP4 (HV) – sämtliche bestehenden Gestaltungsrichtlinien aus dem Niedervoltbereich (TP1) auf ihre Anwendbarkeit im HF-Kontext überprüft. Dabei zeigte sich, dass einige Prinzipien übertragbar, andere jedoch nur mit klarer Anpassung umsetzbar sind – etwa aufgrund der geschirmten Struktur, der fehlenden Vernetzungslogik oder des hohen Einflusses auf die elektrischen Eigenschaften bei geometrischen Änderungen.
Ein besonderes Merkmal des HF-Bereichs: Viele Leitungssätze werden bereits heute stark automatisiert gefertigt – insbesondere durch spezialisierte Konfektionäre. Der Schwerpunkt der Normarbeit verlagert sich daher zunehmend auf das Handling, die Integration in Prozessketten und die digitale Beschreibung.
Neben der strukturellen Gestaltung ist auch die Beschreibung von Begleitdaten ein zentrales Thema in TP5. Dazu zählen z. B. digitale Prüf- und Produktdaten, die für automatische Dokumentation, Rückverfolgbarkeit und Qualitätssicherung notwendig sind. Auch die Entwicklung einer Prüfstrategie für HF-Leitungssätze ist Bestandteil der laufenden Arbeiten – insbesondere mit Blick auf Prozessüberwachung, Toleranzgrenzen und Schirmungsprüfung.
Darüber hinaus ergeben sich thematische Überschneidungen mit TP4, etwa im Bereich der geschirmten Leitungen oder bei Verarbeitungsprozessen mit erhöhtem Sicherheitsbedarf. Dennoch bleibt TP5 eigenständig – mit Fokus auf den HF-spezifischen Herausforderungen, der Systemintegration in datengetriebenen Architekturen und der komponentenübergreifenden Automatisierungsfähigkeit.
Mit TP5 wird die Norm fit für die Signalübertragung der Zukunft: automatisierbar, interoperabel und standardisiert – bei höchster Datenqualität und technischer Präzision.
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