TP2 –

Design Rules Steckverbinder

Optimierung der automatisierten Steckverbindermontage

Ihr Ansprechpartner

Dr. Jens Haun

Leiter der Vorentwicklung, Kostal Kontakt Systeme GmbH

TP2 – Steckverbinder & Applikationstechnik

Teilprojekt 2 (TP2) beschäftigt sich mit der Entwicklung von Gestaltungsrichtlinien für Steckverbinder – einer der zentralen Komponenten im Leitungssatz. Aufgrund der hohen Variantenvielfalt und Komplexität dieser Bauteile – bestehend aus Kontaktelementen, Dichtungen, Inserts und Gehäusen – sind spezifische, automatisierungsfreundliche Vorgaben erforderlich, um eine digitale Planung und automatisierte Verarbeitung zu ermöglichen.

Ein wesentlicher Ausgangspunkt ist, dass die Montage von Steckverbindern heute größtenteils manuell erfolgt. Nur in Teilbereichen, wie z. B. beim Stecken von Crimpkontakten, sind erste automatisierte Lösungen etabliert. TP2 zielt darauf ab, diesen manuellen Anteil durch klar definierte Gestaltungskriterien systematisch reduzierbar zu machen.

In der Normversion 2 wurden durch TP2 eine Reihe von Gestaltungsrichtlinien für Steckverbinder eingebracht. Diese schaffen eine Grundlage für strukturierte Vorgaben im Umgang mit Steckverbindertypen, Toleranzen, Zugänglichkeiten und geometrischen Anforderungen. Dabei wurde bewusst auf eine breite Anwendbarkeit und Kompatibilität mit bestehenden Systemen geachtet.

Mit Blick auf die Version 3 der Norm verlagert TP2 seinen Fokus auf vertiefende Themenfelder und weiterführende Detaillierungen. Zu den geplanten Arbeitsschwerpunkten zählen u. a.:

  • die Standardisierung modularer Steckverbinderkonzepte,
  • Gestaltungsrichtlinien für hochpolige Stecker,
  • Anforderungen an Kontaktträger und Inserts,
  • sowie die geometrische und hybride Auslegung von Steckereinsätzen für die automatisierte Verarbeitung.

Auch das Thema automatisierte Prüfprozesse wird in V3 adressiert – z. B. durch die Definition von Designoptionen für Kammeröffnungen, die den Einsatz automatisierter Prüfstifte ermöglichen sollen.

TP2 steht in enger Verbindung mit TP1. Während TP1 den Leitungssatz als Gesamtsystem normiert, liefert TP2 die notwendige Tiefe im Bereich der Komponenten. Durch diese Kopplung entsteht ein kohärentes Zusammenspiel zwischen Leitungssatzstruktur und Verbindungstechnik.

Darüber hinaus bringen Mitglieder aus TP2 – auch durch ihre Beteiligung in externen Gremien und Industrieprojekten – neue Impulse in die SILS ein. Diese enge Rückkopplung mit der industriellen Realität stellt sicher, dass die entwickelten Richtlinien nicht nur technisch korrekt, sondern auch wirtschaftlich und produktionstechnisch umsetzbar sind.

 

Mit TP2 wird die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Steckverbinder – als Schlüsselschnittstellen im Leitungssatz – automatisiert geplant, verarbeitet und geprüft werden können. Damit leistet das Teilprojekt einen entscheidenden Beitrag zur Durchgängigkeit der Automatisierung in der Bordnetzproduktion.