TP0 –

Zuarbeit zur DIN 72036

Standardisierung von Entwicklungs- und Produktionsvorgängen in der Automobilindustrie.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Carsten Kübler

Manager Smart Drive innovation, TWT GmbH Science Innovation

Nächste Schritte

Wichtige Grundlagen der Norm sind gelegt – mit der V1 und der nahezu abgeschlossenen V2 liegt ein belastbares Fundament vor. Dennoch fehlen zentrale Bausteine, um das Zielbild 2035 vollständig normativ abzubilden. Einzelne Kapitel müssen weiter ausdetailliert, Use Cases erweitert und Ergebnisse aus Tests und Anwendungen systematisch zurückgespiegelt werden.

Gerade bei komplexen Steckverbindern, modularen Baugruppen oder OEM-spezifischen Anforderungen zeigen sich noch Lücken in der Beschreibungstiefe. Einige Inhalte sind nur konzeptionell angedacht, etwa die produktionsgerechte Modularisierung von Leitungssätzen mit funktionsbezogener Aufteilung, klaren Übergabepunkten und rückverfolgbaren Einheiten.

Auch viele prozessrelevante Parameter wie Pinning-Reihenfolge, Leitungslängen, Platzbedarf, Nachpinning, Applikationsbezug (HV, NV, HF) oder die logische Struktur kundenspezifischer Kabelbäume sind zwar bekannt – aber noch nicht systematisch in die Normstruktur integriert. Dasselbe gilt für das Wiederverwendungspotenzial von Pins, für Gleichteilekonzepte und modulare Steckverbinder.

Zudem fehlen heute noch klare Standards zur digitalen Handhabung, Trennung und Wiederverknüpfung modularer Leitungssatzsegmente – ebenso wie zur Integration smarter Fertigungstechnologien und assistenzgestützter Prozessschritte.

Die laufenden Arbeiten orientieren sich daher weiterhin an den zentralen Fragen der SILS:

  • Wie muss ein Leitungssatz aufgebaut sein, damit er automatisiert gefertigt, geprüft und montiert werden kann?
  • Was bedeutet das für die Gestaltungsregeln von Komponenten und Schnittstellen?
  • Welche Parameter muss ein Entwickler frühzeitig überblicken, um Automatisierungspotenzial zu erkennen?
  • Wie lässt sich ein Leitungssatz strukturiert entflechten, modularisieren und automatisierbar segmentieren?
  • Wie kann Qualitätssicherung inline erfolgen – und wie werden Prüfprozesse und Rückverfolgbarkeit normkonform integriert?
  • Wie sehen durchgängige digitale Prozessketten aus – vom Design bis zur Fertigung?